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VVB Tapas » Bericht 02/2019-6



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Tapas aus dem VVBmagazin 02/2019


 

 

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Mit der Kölner U-Bahn in den Atombunker?

von Martin Klindt (90) und Klaus Volz (90)


 

 

Diese Frage stellten sich an einem sonnigen Samstag im Februar 20 Teilnehmer der ersten Führung des Treffpunktes Köln in 2019.

 



Die Führung durch den Schutzraum in der KVB-Haltestelle Kalk-Post stand an. Worum geht es dabei?

Der »Eiserne Vorhang« und der »Kalte Krieg« sind gerade für jüngere Generationen staubige Begriffe vergangener Tage. Kaum vorstellbar also, dass an der U-Bahn-Haltestelle Kalk-Post noch ein großer, stummer Zeitzeuge dieser Ära schlummert.

Täglich fahren tausende Menschen unbemerkt durch einen Atomschutzbunker — den letzten seiner Art — und steigen darin aus oder um. Ohne zu wissen, dass sie einen Ort passieren, der im Falle eines Nuklearangriffs über Leben und Tod hätte entscheiden können.

Hinweisschilder für einen nuklearen Schutzbau gibt es nicht, doch diese unvermutete Stadt unter der Stadt ist greifbar:
Tonnenschwere Stahlschutztüren, Luftfilter, Zisternen, Energieversorgung und sogar eine Krankenstation sind bis heute vorhanden und geben Einblick in die Zeit des Kalten Krieges und die damit verbundenen Bedrohungen und Ängste, denen die Kölner ausgesetzt waren.

Als »Mehrzweckanlage« an die U-Bahn-Station angegliedert (Baujahr 1979, Baukosten nur 3,3 Mio. DM), sollte der Atombunker rund 2.400 Personen für maximal 14 Tage Schutz bieten. Danach hätten die Insassen den Bunker wieder verlassen müssen — egal, wie die Situation oberirdisch gewesen wäre.
Der Bunker als Schutzort für die Menschen hätte allerdings nur dann seinen Zweck erfüllen können, wenn der Atomschlag zwei Wochen zuvor angekündigt worden wäre! Denn im Bunker selbst gab es keine Vorräte – die hätten erst herangeschafft werden müssen.

Und auch während der eigentlichen „Nutzung“ im Notfall wäre es wahrlich kein Vergnügen gewesen, dort mit so vielen Menschen bei Hitze (minimal 29 Grad hätte die Kühlung geschafft, maximal über 40 Grad hätten es werden können) und auf engstem Raum (pro Person 1,2 qm Fläche) unter nicht besonders guten hygienischen Zuständen (z.B. für 50 Personen eine Toilette) ausharren zu müssen.

Die Führung wurde von Herrn Schwienbacher sehr sachkundig, informativ und anschaulich durchgeführt. Allein die dort installierte Technik aus den siebziger Jahren zu sehen und erklärt zu bekommen, war schon ein Erlebnis.

Aber: An dieser Stelle können natürlich zwei Stunden Führung nicht mal eben so wiedergegeben werden, allein die vielen kleinen „Anekdoten“ würden den Rahmen hier sprengen!

Es bleibt zu sagen: Die Führung hat sich sehr gelohnt und ist uneingeschränkt empfehlenswert. Nur sollte bei Bunkerbesichtigungen generell auf warme Kleidung, jedenfalls zu dieser Jahreszeit, geachtet werden. Es herrschten doch recht kühle Temperaturen, und abgesehen von der bedrückenden Szenerie waren alle Teilnehmer froh, nach der Führung wieder nach draußen, in die warme Sonne, gehen zu können.




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