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VVB Tapas » Bericht 02/2019-4



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Tapas aus dem VVBmagazin 02/2019


 

 

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Zweiter Teil der Berichterstattung über die Herbsttagung des FK bAV/LV in Koblenz

Gemeinsam neue Wege gehen – erfolgreiche Zusammenarbeit mit Startups in der Versicherungswirtschaft

von Herbert Jansky


 


InsurTechs – Startups, die Technologien und digitale Lösungen für die Versicherungsbranche entwickeln – mischen seit einigen Jahren die Versicherungswirtschaft auf. In 14 unterschiedlichen Kategorien vereinen sich mittlerweile über 1.500 junge Unternehmen weltweit, die als „InsurTech“ klassifiziert werden können, und das Interesse an ihnen ist groß: im Jahr 2018 flossen laut des Venture Scanners 26 Milliarden US-Dollar von 1.332 Investoren in InsurTech-Startups. Somit ist das Investitionsvolumen zum Vorjahr erneut gestiegen.*

Diese rasante Entwicklung und die sich permanent ändernde Marktstruktur machen es klassischen Versicherern nicht leicht, einen Überblick zu gewinnen und auf die digitalen Veränderungen in der Branche angemessen zu reagieren. Diese Unsicherheit führt zwangsläufig dazu, dass sich viele etablierte Unternehmen von den „digitalen Wilden“ bedroht fühlen. Schließlich stellen sie vermehrt ernstzunehmenden Wettbewerb dar und beherrschen die ansteigende Komplexität neuer Technologien. Dies rechtfertigt die Sorge, dass einige profitable Geschäftsfelder der Vergangenheit zukünftig durch alternative, digitale Lösungsansätze substituiert werden könnten.

Doch anstatt der digitalen Transformation den Rücken zuzukehren und weiterhin auf altbewährte Wege zu vertrauen, müssen sich Versicherungsunternehmen heute mit der „neuen Welt“ auseinandersetzen. Dabei werden sie feststellen bzw. haben festgestellt, dass die augenscheinliche Bedrohung großes Potenzial bietet – auch für die Weiterentwicklung der eigenen Unternehmen. Genau hier setzt das InsurLab Germany als größte Brancheninitiative zur Digitalisierung der deutschen Versicherungswirtschaft an. Sie verfolgt das Ziel, mithilfe unterschiedlicher Formate, die aktive Zusammenarbeit von InsurTechs und Versicherern zu fördern und so die Versicherungswirtschaft in eine kollaborative, digitale Zukunft zu begleiten.

Eine Branche im Wandel

Die Historie der InsurTechs ist noch relativ kurz, aber verzeichnet dafür eine rasante Entwicklungskurve, die immer näher an den Kern des Versicherungsgeschäfts heranrückt.

Die ersten Startups, die sich entlang der Wertschöpfungskette der Versicherungswirtschaft etablierten, waren Vergleichsportale – sogenannte Aggregatoren – wie Check24, die sich im Sinne des Kunden um mehr Transparenz im „Tarifdschungel“ bemühten. (Das hier ein Wirtschaftsunternehmen mit Profiterzielung dahinter steht sei am Rande erwähnt.) In einem nächsten Schritt folgten Software-Lösungen, zumeist in Form von mobilen Apps, die beispielsweise die Kommunikation und das „Frontend“ zum Kunden hin verbessern oder internen Verwaltungsaufwand minimierten, wie beispielsweise Clark von Finleap, Knip und GetSafe.

Mit der Reife der InsurTech Szene dringen Startups immer tiefer in die Strukturen der Versicherungen ein und entwickeln sich zu den sogenannten „Enablern“ der Branche. Neben klassischen InsurTechs lassen sich auch branchenfremde Startups in dieser Kategorie verordnen. Enabler ermöglichen Versicherern mit modernen Technologien wie künstlicher Intelligenz und Blockchain – um nur Beispiele zu nennen – den Weg in eine digitale Zukunft. Denn speziell diese Form der Startups bietet mit Lösungen „as-a-service“ Versicherungsunternehmen enorme Chancen zur Beschleunigung der internen Transformation. Zum Beispiel bieten smoope, Future of Voice oder e-bot7 verschiedene Lösungen rund um die Kommunikation zum Endkunden. Startups wie sie fallen in die „Enabler“-Kategorie.

Die dritte und aktuellste Entwicklungsstufe bezieht sich auf sogenannten „Full Stack“-Startups – junge Unternehmen, die BaFin-lizenziert als vollwertige Versicherer auftreten und verstärkt im direkten Wettbewerb zu etablierten Versicherungsunternehmen stehen. Hierunter fallen beispielsweise Neodigital, Ottonova oder Coya. Aber auch hier haben etablierte Unternehmen durch White-Label-Ansätze der „Full Stack“-Player die Chance, zu kooperieren und sich zumindest aus Kundenperspektive den digitalen Strukturen der neuen Marktteilnehmer anzunähern.

Kollaboration ist der Schlüssel zur Digitalisierung

Auch wenn die Menge an jungen Unternehmen, Technologien und augenscheinlichen Marktbedrohungen auf den ersten Blick beunruhigend erscheint, sollten etablierte Unternehmen Startups nicht als Bedrohung, sondern als große Chance sehen, die Zukunft der Branche mitzugestalten und selbst eine elementare Rolle darin zu spielen. Die Synergieeffekte, die aus Kooperationen zwischen Startups und etablierten Versicherern entstehen können, sind enorm und können zukünftig dem Markt ein ganz anderes Gesicht verleihen. Dies bezieht sich vor allem auf die „Enabler“.

Beispielsweise werden es klassische Versicherer ohne die Einbindung digitaler Lösungen zukünftig schwer haben, ihren Kundenstamm zu halten und gegen neue, digitale Wettbewerber zu bestehen. Der Kunde der Zukunft hat branchenübergreifend den Anspruch, schnell, einfach und effizient an sein Ziel zu kommen. Diese Entwicklung macht auch vor der Versicherungswirtschaft nicht halt. Jedoch entwickelte sich die Branche aufgrund ihrer Regulierungen und Kontrollmechanismen vergleichsweise langsam. Investments in neue Technologien blieben oft aufgrund der bestehenden Marktbedingungen aus. Aus diesem Grund ist die Zusammenarbeit mit „Digital Natives“ und Technologieexperten umso wichtiger, damit klassische Versicherer den Markt- und Kundenbedürfnissen der Zukunft gerecht werden können.

Auf der anderen Seite sind Startups auf die Zusammenarbeit mit etablierten Unternehmen angewiesen, um ihre Unternehmen zu skalieren und profitabel zu werden. Neben dem Gewinn eines neuen Referenzkunden bekommen sie durch Projekte die Möglichkeit, mit realen Daten zu arbeiten und somit ihre Lösungen zu validieren. Gerade die Versicherungswirtschaft ist prädestiniert für Startups, die große Datenmengen benötigen, um ihre Lösungen testen und weiterentwickeln zu können. Beispielsweise können Machine-Learning-Systeme auf Basis künstlicher Intelligenz nur sinnvoll mit realen Daten trainiert werden, die die Versicherungsbranche zu genüge bietet.

InsurLab Germany vernetzt Startups und Versicherer nachhaltig

Als größte Brancheninitiative für die Digitalisierung der deutschen Versicherungswirtschaft haben wir als InsurLab Germany es uns daher zur Aufgabe gemacht, etablierte Versicherer dabei zu unterstützen, den Schritt in die Digitalisierung zu meistern.

Der InsurLab Germany e.V. ist eine gemeinsame Initiative aus Wirtschaft, Wissenschaft und öffentlichen Institutionen zur Stärkung des Versicherungsstandorts Deutschland. Zielsetzung ist die nachhaltige Entwicklung innovativer Lösungen durch die enge Vernetzung von Startups und Hochschulen mit etablierten Versicherungen, führenden Dienstleistern und Branchenexperten.


    Die Initiative ermöglicht Versicherungsunternehmen einen einfachen, direkten Zugang zu nationalen und internationalen Startups und unterstützt sie aktiv bei der Planung und Umsetzung gemeinsamer Projekte.

    Neben dem InsurLab Germany Campus in Köln, der Startups und Digitalabteilungen der InsurLab Germany Mitgliedsunternehmen als Austauschplattform und Bürofläche dient, bietet die Initiative individuelles Match-Making sowie diverse Workshops, Networking-Events und Großveranstaltungen, die Startups und Mitgliedsunternehmen verbinden und potenzielle Projektideen fördern.

    Zudem erhalten Startups jährlich die Chance, ihre Geschäftsmodelle innerhalb eines sechsmonatigen Förderprogramms weiterzuentwickeln und gemeinsam mit Mentoren aus dem Top-Management der Mitgliedsunternehmen an Pilotprojekten und PoCs („Proof-of-Concepts“) zu arbeiten. Aktuell läuft die Bewerbungsphase für das diesjährige Programm, das im Mai 2019 startet.

    Gegründet wurde die Brancheninitiative 2017 von der Stadt Köln, IHK Köln, Universität zu Köln, TH Köln sowie von etablierten Versicherungsunternehmen und Startups. Innerhalb eines Jahres wuchs sie mit aktuell 71 Mitgliedsunternehmen zur größten Brancheninitiative zur Digitalisierung der Versicherungsindustrie Deutschlands heran.

    Herbert Jansky, InsurLab Germany e.V.
    Herbert Jansky, InsurLab Germany e.V.


Bundesweite Branchenvernetzung durch die de:hub Initiative

 

Digitalisierung spielt natürlich nicht nur in der Versicherungswirtschaft eine große Rolle. Alle Branchen haben mit dem digitalen Wandel zu kämpfen. Auch hier gilt: Kollaboration ist der Schlüssel zum Erfolg. Anstatt dass sich jede Branche selbstständig entwickelt, sollten sie voneinander lernen, sich austauschen und gemeinsam wachsen. Innovationen sprießen vor allem dort, wo Unternehmen, Wissenschaft und Gründer auf engem Raum zusammenarbeiten – das gilt gerade im digitalen Zeitalter. Um diese branchenübergreifende Vernetzung von Startups, Wirtschaft und Wissenschaft zu stärken, wurde 2017 vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) die Digital Hub Initiative (de:hub Initiative) ins Leben gerufen. 16 Städte zeichnete das BMWi als offizielle Kompetenzstandorte – sogenannte de:hubs – aus, die jeweils für einen von 12 wichtigen Wirtschafts- und Entwicklungsbereichen in Deutschland stehen. Das InsurLab Germany repräsentiert am Versicherungsstandort Köln ein offizielles de:hub für den Bereich InsurTech. 

Die de:hub Initiative vereint bereits über 1.000 Partner, darunter allein 500 Startups und 200 internationale Konzerne. Neben unterschiedlichen Kommunikationsmaßnahmen zur Stärkung des Austauschs zwischen den Hubs organisiert die Initiative regelmäßige Netzwerktreffen mit geleiteten Innovationsworkshops und Innovationsmethoden. Somit verbindet sie zum einen die Kompetenzen der einzelnen Hubs und fördert branchenübergreifende Kooperationen deutschlandweit. Zum anderen bieten sie eine Plattform für den direkten Austausch zwischen den Hubs und der deutschen Regierung, um gemeinsam ein digitales Deutschland zu schaffen.


* Quelle:
Venture Scanner: https://www.venturescanner.com/blog/tags/venture%20scanner%20insurtech




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